Spielbericht
2.Damen
Saison
2010/2011

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Erste Damenmannschaft im freien Fall / Résumé der Hinrunde

Nun zeigt sich am Ende der Hinrunde, was an deren Beginn bereits zu vermuten stand: dass die Oberliga für unsere Damen doch eine Klasse zu stark ausfällt. Kein Punktgewinn bisher und durchschnittlich weniger als zwei gewonnene Partien pro Spiel, ein wahrlich ernüchterndes Resultat. Als weit abgeschlagenes Schlusslicht wird man nun am kommenden Wochenende das letzte Hinrundenspiel gegen Neukölln II absolvieren müssen. Vielleicht dann eine Chance auf einen Punktgewinn, denn auch Neukölln ist ein Kellerkind.
Besonders bitter sieht die Bilanz für Ania aus, die ihr Potenzial noch gar nicht in Zählbares umzusetzen vermochte; sie wartet nach wie vor auf ihren ersten Einzelsieg. Auch Barbara und Marion erspielten eine deutlich negative Bilanz, während Maria durch eine gute Vorstellung am vergangenen Spieltag, noch in den soliden Bereich vordrang.

Unerwartet gut lief die Hinrunde für unsere zweite Damenmannschaft, die als Herbstvizemeister die Liga in Atem hält. Nach dem Aufstieg im letzten Jahr, scheinen sogar noch Reserven zu bestehen, um auch erfolgreich durch die Bezirksliga zu marschieren. Vor allem ist dies Andrea zu verdanken, die sich mit einer prima Bilanz von 20:3 zu den besten Spielerinnen der Liga in der Hinrunde zählen darf.

Die Damen der dritten Mannschaft haben ihr Soll erreicht, indem sie sich als Kreisliganeuling immerhin von den Abstiegsplätzen relativ sicher entfernt platzieren konnten.

Im Herrenbereich stellten die vierte und fünfte Mannschaft die Weichen gen Aufstieg. Beide befinden sich mit deutlichem Vorsprung erfreulicherweise auf Platz eins.

In der Bezirksliga bzw. Bezirksklasse kamen die zweite und dritte Mannschaft jeweils über einen Platz im unteren Mittelfeld nicht hinaus, was vor allem Verletzungspech und anderweitigen Ausfällen geschuldet ist. Einige Neu- und Umbesetzungen in der Rückrunde sowie hoffentlich baldige Genesung der Verletzten sollten jedoch zu einer erheblichen Verbesserung führen.

Etwas schwer tat sich unsere erste Herrenmannschaft, die als Verbandsligaabsteiger in der Bezirksliga mehr Probleme bekommen sollte als erwartet. Nach zwei knappen Niederlagen zum Saisonstart allerdings blieb man dann ungeschlagen und konnte eine minimale Wiederaufstiegschance bewahren.

Eine Nachlese von Tobias Fiege
 

 
Erstes Oberliga-Heimspiel (gegen TTC Halle 17. Sept.)
Von der klaren Saisoneinstandsniederlage vor drei Wochen haben sich unsere Damen in ihrem ersten Oberliga-Heimspiel nichts anmerken lassen. Gegen die Mannschaft des TTC Halle musste man sich zwar schließlich auch geschlagen geben, 4:8 lautete das Ergebnis, doch konnte man prima mithalten und nur unglücklich wurde ein knapperes Resultat oder gar ein Punktgewinn verpasst. - Während Maria und Ania zunächst in ihrem Doppel deutlich unterlagen, konnte Marion gemeinsam mit Susi, die heute Barbara ersetzte, erfreulicherweise ausgleichen. Zwei weitere Punkte waren Maria zu verdanken, der es im  oberen Paarkreuz gelang, sich gegen Halles beide Topspielerinnen durchzusetzen. Nach der suboptimalen Doppelvorstellung nicht gerade erwartbar, kam Maria in ihren Einzeln sehr gut ins Spiel, taktierte klug, indem sie ihre Aufschläge geschickt variierte und daraufhin immer wieder aggressive Spielzüge erfolgreich gestalten konnte. Die Bigpoints entschied sie zudem für sich und schaltete erst Halles Nr.2 mit 3:1 aus  und bezwang später mit 3:2 noch die Spitzenspielerin. In ihrem Schlusseinzel hingegen erlitt sie, nach souveränem Gewinn des ersten Satzes, einen kleinen Einbruch, der zu einer, nun etwas
überraschenden Niederlage gegen Halles Nr.3 führte und den 4:8 Endstand markierte. - Gegen dieselbe Spielerin hatte zuvor Marion gewinnen können, deren defensive Spielweise sich hier als probates Mittel erwies. Marion war auch in ihrem zweiten Spiel zunächst auf gutem Weg, ging 2:0 in Satzführung, doch als es gegen die ebenfalls abwehrend agierende Gegnerin zu einem Zeitspiel kam, innerhalb dessen die Aufschlagende nach spätestens zwölf Ballkontakten der Rückschlägerin aktiv zu punkten nicht umhin kommt, zog Marion doch noch den Kürzeren. - Beste Chancen, um die gesamte Partie in eine andere Richtung zu lenken, hatte auch Susi, die jedoch in einem ihrer Spiele zwei Matchbälle im fünften Satz vergab. - Ania blieb heute im oberen Paarkreuz ohne die nötige Durchschlagskraft, wenngleich auch sie einige Sätze nur hauchdünn verlor.
Nach drei Stunden jederzeit spannendem und überwiegend ansehnlichem Tischtennis ließ eigentlich nur das Endergebnis zu wünschen übrig.

Eine Nachlese von Tobias Fiege
Auftakt unserer Damenmannschaften nach dem Aufstiegsjahr
In ihrem Oberliga-Debüt gerieten unsere Damen ziemlich unter die Räder. Als Gast in Fürstenwalde hieß es nach nur neunzig Minuten Spielzeit 0:8. - Nachdem eingangs beide Doppel deutlich verloren gegangen waren, konnte sich zwar jede unserer Spielerinnen in einem ihrer Einzel in den fünften Satz kämpfen, doch im oberen Paarkreuz unterlagen Maria und Ania gegen Fürstenwaldes Nr. 2 schließlich klar mit je 5:11, während Barbara mit 8:11 im Entscheidungssatz gegen die Nr. 3 noch am ehesten in die Nähe eines Siegs gelangte.
Was dieses erste Spiel im Hinblick auf den Klassenerhalt bedeuten mag, ist wohl noch schwierig einschätzbar; da Fürstenwalde bereits am Tag zuvor gegen Eberswalde mit 5:8 verloren hatte, darf man aber auf mindestens ein noch stärkeres Team gefasst sein.

Sehr erfreulich gestaltete sich hingegen der Start unserer zweiten und dritten Damenmannschaft, die als Klassenneulinge mit Siegen aufwarteten. In der Bezirksliga konnte man in Petershagen mit 8:6 gewinnen,
in der Kreisliga gegen Hertha 06 mit 8:4. Die zweite Mannschaft fand in Andrea ihren Matchwinner, die mit drei Einzel- und einem Doppelsieg glänzte. In der dritten Mannschaft war es Karin, die mit gleicher Ausbeute allein zu fünfzig Prozent am Gesamterfolg beteiligt gewesen ist.

Eine Nachlese von Tobias Fiege

 

10. Deutsche Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen
der Damen und Herren
in Brühl
Verein TTC Blau-Weiß Brühl-Vochem
02.06 - 05.06.2011

 

Taktische Beratung vor dem Pokalspiel

 

 

 

Im fernen Brühl spielte unsere 1. Damenmannschaft am letzten (verlängerten) Wochenende bei den Deutschen Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen mit. Ein Ereignis der besonderen Art, nicht nur wegen der langen Anreise. Entsprechend groß war bei unseren Protagonistinnen die Vorfreude. - Zum Auftakt des Turniers trat man, begleitet von Matthias (Wrusch), der Maria, Ania und Marion freundlicherweise als Coach unterstützte, gegen die Mannschaft aus Aukrug an. Es sollte ein spannendes Spiel werden, das man nach anfänglicher Nervosität und hartem Kampf schließlich mit 4:3 zum Sieg bewegen konnte. Maria und Marion siegten dabei je einmal, während Ania mit zwei Punkten zum Matchwinner avancierte, deren fleißige Trainingsvorbereitung in den letzten Wochen offenbar Früchte trug.
Am selben Tag noch ging es im zweiten Spiel weiter gegen die Spielerinnen aus Watenbüttel. Zwar stellten diese u.a. eine Ersatzspielerin auf (gegen die Maria eingangs denn auch siegte), doch hatten sie andererseits mit der starken Joanna Jerominek ein Ass in ihren Reihen, gegen welches nicht viel auszurichten war. Dennoch gelang es Maria und Ania nach überzeugender Vorstellung wenigstens gemeinsam ihr Doppel mit 3:2 zu gewinnen, wobei sie Jerominek immerhin eine anteilige Niederlage beizubringen vermochten. Bei diesen beiden Punkten blieb es allerdings, sodass es am Ende 2:4 aus Sicht des ASV hieß.
Am Folgetag hatte unser Trio spielfrei und durfte sich erholen. Inmitten von etlichen Naturparks in Rheinnähe als Kontrastprogramm zum Berliner Stadtleben ein Leichtes. Am Samstagmorgen hieß der Gegner dann Braunschweig. Von frischen Kräften getragen, lief dieses Spiel auf ein relativ unproblematisches 4:1 hinaus. Damit war man Gruppenzweiter und so für das Viertelfinale qualifiziert. Ein Erfolg bereits! Am Nachmittag traf man in der Runde der letzten acht Teams auf den TSV Besse - eine für unsere Damen heute unbezwingbare Mannschaft. Auch wenn einige Sätze nur knapp verloren gingen, trat die Überlegenheit ihrer jetzigen Gegnerinnen deutlich zu Tage. Mit 0:4 musste man sich schließlich geschlagen geben und schied infolgedessen aus dem Turnier aus. Dass TSV Besse sich später als Pokalsieger herausstellen sollte, kann jedoch als würdiges Ausscheiden des ASV betrachtet werden und als Bestätigung, dass man sich im überregionalen Vergleich auf solidem Niveau befindet.Für ein besonderes Highlight an diesem Wochenende sorgte indessen unser Paule, der sich kurzerhand auf sein Motorrad schwang und die sechshundert Kilometer quer durch Deutschland auf sich nahm, um unseren Mädels einen Überraschungsbesuch zu bescheren – und uns ein paar hübsche Fotos aus des sportlichen Geschehens Brennpunkt.
Merci beaucoup!
Eine Nachlese von Tobias Fiege
 

„Final-Four“ Damen-Pokal 2011
Im Sportforum Hohenschönhausen rangen am So, den 15.05. die letzten vier Teams um den Berliner Damenverbandspokal: VFL Tegel I, TTC Neukölln I, TTC Südost III und ASV I. Unsere Mannschaft, ihres Zeichens Titelverteidiger, konnte sich infolge einfacher Siege in den Vorrunden für diesen Finaltag qualifizieren. Dabei traten Maria, Ania und Marion an. Zunächst wurden die Halbfinalpaarungen per Losverfahren einander gegenübergestellt. Demnach sollte unser Gegner TTC Neukölln I heißen - ein Regionalligist und also eine an sich kaum überwindbare Hürde. Allerdings stellte Neukölln neben der starken Soraya Domdey mit Sirona Beyer und Nina Priebe zwei Spielerinnen aus ihrer Oberligamannschaft auf,

 sodass für unser Trio diese Partie gewissermaßen als Einübung in die kommende Saison und erste Standortbestimmung nützlich sein konnte. Der Spielverlauf ist (leider) rasch erzählt: Maria und Ania blieben gegen Domdey erwartungsgemäß chancenlos; Marion verlor ihre Spiele gegen Beyer und Priebe mit je 1:3. Einzig Ania vermochte gegen Priebe zwischenzeitlich Akzente zu setzen, doch nach vergebenen 10:8 Führungen im ersten und zweiten Satz unterlag auch sie mit 1:3. Maria hatte zu jenem Zeitpunkt bereits ihr zweites Spiel mit 1:3 (gegen Beyer) abgeben müssen, was aber angesichts des schließlichen 0:5 aus Sicht des ASV nicht mehr in die Wertung einging. - Ein Pokalwettbewerbsende, das hoffentlich nur einen etwas missglückten Anfang auf dem Terrain des Höherklassigen markiert.
Eine Nachlese von Tobias Fiege
 

Berliner Damenmannschaftsmeister 2010/11: ASV Berlin
Würde man am letzten Spieltag den Kontrahentinnen vom TSV Staaken auch nur einen Punkt entführen können, so dürfte man die dann reif gewordenen Früchte einer hervorragend absolvierten Saison ernten. Dies war am vergangenen Donnerstagabend die Ausgangssituation für unsere 1. Damenmannschaft. Ein Unentschieden wäre hinreichend gewesen, um die Meisterschaft zu erringen, eine Niederlage hingegen hätte geheißen, unsanft auf dem Relegationsplatz zu landen und die in diesem Jahr sich bestens bietende Chance in die Oberliga aufzusteigen, möglicherweise doch noch zu riskieren.

Eine kleine Nervenprobe also mussten Maria, Ania, Marion und Barbara in ihrem Finale in der Verbandsliga bestehen. Zwar stand angesichts der Tabellensituation keineswegs zu erwarten, dass sie ausgerechnet gegen Staaken verlieren würden, doch gerade diese vermeintliche Selbstverständlichkeit, in Verbindung mit dem besonderen Umstand, dem Aufstieg - wie vielleicht nie wieder - zum Greifen nahe zu sein, hätte leicht einen Taumel auslösen und unverhofft den Sieg fern rücken können. Auch im Hinblick auf das bereits recht knappe 8:5 im Hinspiel war im Vorfeld an eine lockere Partie nicht zu denken, zumal man jetzt in Staaken gastierte.

Tatsächlich geriet der ASV zunächst auf ziemlichen Widerstand. Nachdem Maria und Ania ihr Doppel deutlich gewannen, siegten Marion und Barbara erst im fünften Satz, den sie knapp mit 11:9 für sich entschieden; immerhin eine hoffnungsvolle 2:0 Führung zu Beginn. Dann jedoch kassierte man drei Niederlagen in Folge. Zuerst verlor Ania deutlich gegen Staakens Nr. 1, bevor Maria ihr Einzel gegen eine im Verhältnis zu ihr deutlich schwächer einzuschätzende Gegnerin, die sie noch im Hinspiel zu demontieren vermochte, abgab. Hinterher unterlag auch Barbara, sodass man nun in Rückstand geraten war. Und als Marion in ihrem Eröffnungseinzel gar den ersten Satz mit 3:11 abgeben musste, dürfte sich ein Anflug von Besorgnis ausgebreitet haben. Aber glücklicherweise leitete Marion auch zur Wende der Wende über, indem sie sowohl ihr Spiel schließlich klar gewann als auch der gesamten Partie einen Stoß in die aus unserer Sicht richtige Richtung versetzte. Anschließend bot Maria im Spitzeneinzel des Tages einen Krimi, aus welchem sie, ihre gute Form zurückfindend, erfolgreich hervorging. Und ebenso traf jetzt Ania mit ihrem gewohnt kompromisslosen Offensivspiel ins Schwarze. Der Knoten löste sich und auch die folgenden Einzel durften zum 8:3 Endstand im Haben verbucht werden. - Das heißt: Aufstieg! Direkter Sprung in die Oberliga! Ein schöner Triumph – Gratulation! Nun darf gefeiert werden.

Eine Nachlese von Tobias Fiege


Sieg im Spitzenspiel gegen Hohenschönhausen (13.03.11)
Wenn schon an einem Frühlingssonntag, bei lang ersehntem Wetterglanz, einen halben Tag lang in luftverschwitzter Sporthalle verbringen und die hoffnungsvolle Weite des tiefblau sich öffnenden Himmels gegen ein Aussichts-loses Inneres mit Flachdach eintauschen, um sich sportlich zu mühen, dann doch wenigstens nicht ohne reichen Lohn. War dies das Motto unserer Damen, als sie am letzten Wochenende zum Verbandsligaspitzenspiel die Hohenschönhauserinnen empfingen? Wahrscheinlich bedurfte es eines solchen Mottos nicht; man wollte einfach nur gewinnen und so den wohl entscheidenden Schritt in Richtung Oberligaaufstieg unternehmen. Glücklicherweise ist es gelungen. Vor gespanntem Publikum warteten Maria, Ania, Marion und Barbara im Tabellengipfel mit einem Fanal auf, indem sie ihre Kontrahentinnen mit 8:6 besiegten.
So knapp das Ergebnis erscheinen mag, das Satzverhältnis von 34:21 spricht eine andere Sprache und eigentlich entwickelte sich denn auch der Spielverlauf zunächst beinahe einseitig zu eigenen Gunsten. Im Unterschied zum Hinspiel, bei dem eingangs beide Doppel verloren gegangen waren und das damalige Unentschieden nach anfänglichem Rückstand schwer erkämpft werden musste, konnte man diesmal beide Eröffnungspunkte auf der Habenseite verbuchen. Damit waren beste Voraussetzungen geschaffen, um fortan aus der Führung heraus gelassen aufzuspielen. Maria nutzte diese Sicherheit und erhöhte auf 3:0, während in der Folge jedoch sowohl Ania als auch Marion und Barbara nicht umhin kamen, ihre Einzel abzugeben - wenn auch jeweils nur hauchdünn in der Verlängerung des fünften Satzes. Mit ein bisschen Glück hätte es rasch 8:0 stehen können, da es im Anschluss an den eher schmeichelhaften Ausgleich für Hohenschönhausen weitere drei klare Siege auf Seiten des ASV gab. - Dass man diese bequeme Führung schließlich ins Ziel retten musste, schien einer mitunter plötzlich sich einnistenden Erfolgsangst geschuldet; dass man sie jedoch ins Ziel zu retten vermochte, lag insbesondere an Maria, die sich mit einem Doppel- und drei deutlichen Einzelsiegen empfahl. Und wer hätte gedacht, dass Barbara im Endspiel des Tages Hohenschönhausens Nr.2 deklassieren würde?
Im Hinblick auf die Tabellensituation bedeutet dieses 8:6 nun einen komfortablen Abstand zu den Mitaufstiegsaspirantinnen, im Vergleich zu denen sich außerdem das eigene Restprogramm etwas einfacher gestaltet. Für die Damen aus Hohenschönhausen hingegen dürfte nach dieser für sie schmerzlichen Niederlage kaum noch eine Chance bestehen, in der kommenden Saison im Oberligabetrieb mitmischen zu dürfen. Warten wir ab...
Eine Nachlese von Tobias Fiege
 
Auswärtspunkt im Aufstiegsduell... (18.11.10)
"Aus dem Dunkel der Großstadt" - Deckname "Hohenschönhausen": Inmitten von schnöden Wohnblocks an der wenig schönen Grenze zum brandenburgischen Nichts, einem bedrückenden Ort, dessen Tristesse sich an jenem Donnerstagabend durch das kühl-verregnete Novemberwetter noch vertiefte, steht eines von vielen etwas kränklich wirkenden Gebäuden, welches den Tischtennisspielerinnen vom TuS Hohenschönhausen als Sporthalle dient. Dorthin luden sie zum Spitzenspiel in der Verbandsliga unsere 1. Damenmannschaft ein. Beide Teams, bisher noch ohne Punktverlust, traten in Bestbesetzung an. Man durfte schon deshalb auf eine interessante Partie hoffen. Tatsächlich kam es zu spannungsreichen Spielen mit vielen sehenswerten, dem Tabellengipfel gebührenden, Ballwechseln. Und eine Zeitlang sollte sich das widrige Ambiente am östlichen Berliner Stadtrand aufhellen. Dafür sorgten die Kontrahentinnen beider Lager teils mit erfrischendem Offensivspiel, teils mit eher von taktischem Kalkül geprägten Strategien. Da hier wie dort „Material“-Spielerinnen vertreten waren, bedurfte es mitunter beträchtlichen Geschicks.
Eingangs gingen zunächst beide Doppel an Hohenschönhausen. Dabei waren Maria und Ania chancenlos, während sich für Marion und Barbara eine gute Möglichkeit bot, den Gastgeberinnen eine erste Doppelniederlage beizubringen. Nach 2:1 Satzführung verpassten sie jedoch den Sieg denkbar knapp, indem sie sowohl im vierten (11:13) als auch im fünften Satz (16:18!) unterlagen. Im oberen Paarkreuz konnte dann Ania in einem hart umkämpften Spiel glücklicherweise gegen Hohenschönhausens Nr.1 gewinnen und auch Maria zeigte sich ihrer Gegnerin überlegen. Im Anschluss wartete Barbara mit einem Sieg auf und brachte den ASV zwischenzeitlich in Führung, bevor Marion gegen eine unangenehm agierende Penholder-Spielerin in fünf Sätzen verlor.Es folgte das Duell der an Nummer 1 Gesetzten. Maria fand hier zunächst gegen die rückhändig mit kurzen Noppen spielende Gegnerin kein Rezept und geriet indessen mit 0:2 Sätzen in Rückstand. Im dritten Satz schien sich allerdings eine Wende vorzubereiten. Jetzt entfaltete Maria ihr Spiel mit variableren Aufschlägen und gefühlvollen Topspins, die meist zum Punktgewinn führten. Sie gewann diesen Satz denn auch klar. Im vierten lag sie, nun etwas überraschend, schnell hoch zurück und plötzlich stand es sogar 5:10 aus ihrer Sicht, sodass eine Niederlage kaum mehr abwendbar war.  Aber gerade in dieser prekären Situation erwies sich Maria als nervenstark, taktisch clever und glänzte mit sieben Punkten in Folge, die sie in den Entscheidungssatz retteten. Hier behielt sie schließlich mit 11:8 die Oberhand. Es war in dieser Saison ihr fünfter Sieg in ihrem bereits sechsten Spiel über die volle Distanz -ein Aufatmen wiederum und heute umso mehr. Eine anschließende Niederlage von Ania machte Marion wett, indem sie mit ihren wirkungsvollen Störattacken eine junge Angreiferin auf Seiten Hohenschönhausens immer wieder aus dem Konzept brachte. Barbara blieb in ihrem zweiten Einzel ohne Chance, doch Maria präsentierte sich, gestärkt von ihrer fulminanten Aufholjagd im vorhergehenden Spiel, in ihrem Schlusseinzel in bester Spiellaune und siegte deutlich mit 3:0. Dies bedeutete einen Zwischenstand von 6:5 für unsere Damen. Nun mussten Marion und Barbara gegen die Spielerinnen aus dem oberen Paarkreuz antreten; eine heute zu schwierige Aufgabe,an der sie beide mit je 1:3  scheiterten. Das hieß 7:6 für die Gastgeberinnen.
Also durfte Ania noch einmal an die Platte und gegen die Nr. 4 von Hohenschönhausen das Finale bestreiten. Anias Rivalin war in der laufenden Saison noch ungeschlagen und hatte außerdem zu jenem Zeitpunkt bereits Marion und Barbara bezwungen. Eine wirkliche Herausforderung für Ania. Mit etwas Nervosität startend gab sie den Eröffnungssatz ab, wendete das Blatt jedoch im zweiten zusehends. Immer sicherer vermochte sie die scharf angeschnittenen Aufschläge ihrer Gegnerin zu retournieren und erwiderte deren harte Schlagspins mit schnörkellosem Konterspiel. Die Partie gestaltete sich jetzt ausgeglichen, wobei Ania zweimal hintereinander außerordentlich gute Nerven zeigte und die Sätze zwei und drei jeweils in der Verlängerung  mit 13:11 für sich entschied. Der Widerstand der Gegnerin war nun gebrochen. Kurzerhand gingen auch der vierte Satz und damit das gesamte Spiel an Ania, die auf diese Weise den seidenen Faden zwischen Wohl und Wehe zu einem 7:7 im Endergebnis fortspann. Ein äußerst respektables Unentschieden für die Akteurinnen des ASV. Gewiss war es für sie auswärts ein Punktgewinn, den sie denn auch beinahe wie einen Sieg feierten. Dass der Kampf um den Aufstieg in die Oberliga weiterhin offen bleibt, dafür jedenfalls wurde aus eigener Kraft gesorgt; dass er mit einem auch nur knappen Sieg im Rückspiel in eigener Halle - vor hoffentlich zahlreichem unterstützendem Publikum - zu eigenen Gunsten entschieden werden könnte, ebenfalls.
Eine Nachlese von Tobias Fiege